Über den Apfel

Über den Apfel

Arboterra Obstbäume: Über den Apfel (Malus Sieversii)

"An apple a day keeps the doctor away"

Der Apfel (Malus sieversii mit Einkreuzungen des Kaukasusapfels Malus orientalis) stammt aus Asien.

Der Apfel gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae)

Als Frucht symbolisiert der Apfel Fruchtbarkeit und Leben, Erkenntnis und Entscheidung sowie Reichtum.

Der Kulturapfel ist ein sommergrüner Baum. 
Die Keimlinge aus den Kernen eines Apfels sind in den seltensten Fällen sortenrein. Für die Erhaltung und Zucht von Apfelsorten eignen sich daher nur die unterschiedlichen Techniken der Veredelung. 
Dabei wird eine Unterlage, d. h. eine Sorte, die ausschließlich für den Wurzel- oder Stammaufbau zuständig ist, mit einem einjährigen Trieb der Obstsorte veredelt. 
Dieser bildet in den folgenden Jahren die Baumkrone und die fruchttragenden Baumteile.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind oval, rund bis eiförmig oder elliptisch, meist gesägt, selten ganzrandig und manchmal gelappt. 
Das Holz des Kulturapfels ist hart und schwer und zählt zu den heimischen Edelhölzern.

Die Apfelblüten werden besonders gerne von Bienen besucht. 
Die Blütezeit ist von Mai bis Juni.

Das Fruchtfleisch des Apfels entsteht nicht aus dem Fruchtknoten, sondern aus der Blütenachse. 
Das Fruchtfleisch enthält je nach Sorte viel Vitamin C.

Das Apfelaroma wird sehr stark von der Apfelsorte, den Klimabedingungen, dem Erntezeitpunkt und der Lagerdauer nach der Ernte beeinflusst. 
Äpfel mit einer ausgeprägten, natürlichen Wachsschicht auf der Schale lassen sich gut lagern.

Die Apfelsorten werden in Sommerapfel-, Herbstapfel- und Winterapfel-Sorten unterschieden.

Äpfel reifen nach der Ernte nach. Ein beigelegter Apfel und eine Abdeckung lassen Bananen und andere Früchte schneller reifen. Grund

ist das gasförmige Ethen, das bei der Nachreifung freigesetzt wird.

Der Apfel hat im Obstbau eine überragende Bedeutung und ist von allen heimischen Obstarten am vielfältigsten verwendbar. 
Der Apfel gilt in unseren Breiten als das „Obst“ schlechthin.

Die wahrscheinlichste Verbreitungsmöglichkeit sind die alten Handelswege, da die Frucht seit früher Zeit als lebensverlängerndes Heilmittel galt.

Bereits die Kelten und Germanen verarbeiteten die kleinen und harten Früchte des einheimischen Apfels. Sie verkochten das Obst zu Mus und gewannen Most daraus. Den Saft vergor man zusammen mit Honig zu Met.

Die älteste dokumentierte Sorte des Kulturapfels ist vermutlich der Borsdorfer Apfel, der bereits 1170 von den Zisterziensern erwähnt wurde. 
Um 1880 wurden mehr als 20.000 Apfelsorten weltweit angebaut, davon allein in Preußen über 2.300 Sorten. 
Seit dem Beginn der Industrialisierung bis ins frühe 20. Jahrhundert wurde der Obstbau zur Versorgung der städtischen Großräume politisch gefördert. 
Später verlor sich, sicher auch durch den stetigen Anstieg des Lebensstandards, das Interesse an diesen Fördermaßnahmen. 
In den letzten 25 Jahren ist es dann zu einem regelrechten Kahlschlag bei den Obstanbauflächen gekommen. 
Glücklicherweise konnte eine große Sortenvielfalt dokumentiert und in Nischen erhalten werden.

Heute gibt es in Deutschland ungefähr 2000 Apfelsorten, von denen aber lediglich 60 wirtschaftlich bedeutend sind.

In den Auslagen der Supermärkte schrumpfte das Angebot auf fünf bis sechs globale Apfelsorten zusammen. 
Neben der Vielfalt des Angebotes gehen zunehmend auch besondere Merkmale einzelner Sorten verloren. 
Neuerdings spricht man auch von Markenäpfeln, sogenannten „Clubsorten“.

Unter der Bezeichnung „Alte Apfelsorte“ versteht man Sorten, die mindestens 50 Jahre alt sind. 
Manche sind nur noch regional von Bedeutung, viele sind komplett verschwunden.

Der Apfel ist über die längste Zeit des Jahres verfügbar. 
In alten Bauerngärten stehen deshalb meist mehrere Apfelbäume; durch die unterschiedliche Reifezeit ist eine Versorgung mit Obst vom Sommer bis in das nächste Frühjahr sichergestellt.

Als Tafelobst ist der Apfel ab Juli verfügbar (Weißer Klarapfel). 
Der Ontarioapfel ist eine sehr späte Sorte, die oft erst Anfang November pflückreif ist. 
Alte Tafelapfelsorten mit hervorragendem Geschmack, die heute aber kaum noch angebaut werden sind: Berlepsch, Gravensteiner, Kaiser Wilhelm.

Die besonderen Eigenschaften des Apfels haben zu Sorten geführt, die speziell als Lagerapfel genutzt wurden. 
Es gibt Sorten, die bis in den Mai hinein genießbar sind.

Als Wirtschaftsapfel bezeichnet man Sorten, die neben dem Rohverzehr besonders als Saft-, Most-, Back- oder Kochapfel verwendet werden. 
Kochapfelsorten verlieren z.B. ihre feste Konsistenz und ihre Aromen beim Erhitzen nicht. 
Durch seinen hohen Pektingehalt, der als natürliches Konservierungs- und Geliermittel wirkt, eignet sich der Apfel ideal zum Einkochen.

Der Mostapfel wird gerne zur Herstellung von alkoholischen Getränken wie Apfelwein, Cidre, klaren Schnäpsen usw. verwendet.

Als Heilpflanze taucht der Apfel bereits in einer alten babylonischen Schrift aus dem 8. vorchristlichen Jahrhundert auf.

Auch die mittelalterliche Medizin schrieb dem Apfel allerlei heilende Wirkungen zu.

Dem deutschen Apfel ist seit 2010 der 11. Januar gewidmet.

Es gehört zu den frühen kulturellen Errungenschaften, die Nutzung des Apfels als Nahrungsmittel von Zufallsfunden auf eine Pflege des Apfelbaums umzustellen.

Den Apfelobstbau, so wie wir ihn heute kennen, haben in Mitteleuropa die Römer eingeführt. 
Sie begannen mit der gezielten Züchtung und brachten die Kunst der Veredelung in ihre Kolonien und Provinzen. 
Seit dem 6. Jahrhundert hat man den Apfel in Mitteleuropa angebaut.

Seit dem 16. Jahrhundert wurde er dann zu einem Wirtschaftsgut.

Die Gefahr ist groß, dass Sorten unwiederbringlich verloren gehen.

Ein Apfelbaum reicht aus, um eine Apfelsorte zu erhalten, da jeder Apfel durch Veredelung in beliebiger Zahl reproduziert werden kann.

Heute versuchen wir wieder die Sortenvielfalt unserer heimischen Obstsorten mit all ihren guten Eigenschaften zu erhalten.

Da an dem Erhalt der alten Obstsorten kein kommerzielles Interesse besteht, trägt jeder in unseren Gärten gepflanzte Baum dazu bei, unsere alten Sorten zu erhalten.

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