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Garten-Tipps für Januar

Garten-Tipps für Januar

Draußen ist es kalt, frostig oder nass. In der Zeit von Eis und Schnee werden mehr Strukturen als sonst sichtbar, vor allem wenn der Raureif sie fein nachzeichnet: die mit Eisblumen geschmückten Ränder der Blätter, die Spitzen feingliedriger Samenstände, bizarr geformte Äste, Formgehölze, die Beeteinfassung aus Buchsbaum. Sie alle wirken wie kunstvolle grafische Ornamente. Solche stimmungsvollen Augenblicke entschädigen für manche trübe Tage, aber zumeist ist es im Garten um diese Jahreszeit richtig ungemütlich.

In unserem Kopf dagegen blühen jetzt schon die schönsten Blüten, ehrgeizige Pläne, wie unser Garten in diesem Jahr zu ganz großer Form auflaufen soll. Was kann ein Gartenfan jetzt machen, während er ungeduldig auf das Frühjahr wartet?

 

Privatgarten   Privatgarten   Privatgarten
         

Planung für die nächste Saison

In der ruhigen Winterzeit bietet es sich an, die nächste Gartensaison intensiv zu planen: wie soll mein Traumgarten aussehen? Neue Pflanzen, farbenprächtige Beete, eine größere Terrasse, ein Teich, ein Wasserspiel? Was muss entfernt werden, was lässt sich umgestalten? Wer jetzt mit offenen Augen durch den Garten geht, sieht die Schwachstellen in der Bepflanzung. Er bekommt auch wichtige Hinweise über das Kleinklima in seinem Garten. Wo z. B. an Wind geschützten Stellen der Schnee zuerst wegtaut, dort ist ein guter Platz für Frost empfindliche Gewächse.

Jetzt ist auch der richtige Termin, einen Anbauplan für den Gemüsegarten zu erstellen. Denken Sie dabei daran, dass Gemüse - Mischkulturen den Boden schonen, Schädlinge abwehren und den Ertrag steigern. Vielleicht finden Sie Zeit, um über den Nährstoffkreislauf in Ihrem Garten nachzudenken. Die ständige Erneuerung der Nährstoffe sollte gezielt durch überwiegend organische Düngung, Kräftigung der Pflanzen vor allem im Wurzelbereich und Aktivierung der Bodenlebewesen erreicht werden.

Man kann jetzt auch vorausschauend der Natur etwas ins Handwerk pfuschen, indem man z. B. an frostigen Tagen den Wurzelbereich der Tulpen- Magnolie dick mit Mulch bedeckt. Der Boden taut dann nur langsam auf, der Austrieb wird herausgezögert und die Chancen steigen, dass die Blütenpracht von Spätfrösten nicht zerstört wird.

 

Privatgarten   Privatgarten   Privatgarten
         

Gehölzschnitt jetzt

Bei mildem Wetter lassen sich jetzt Bäume und Büsche aktivieren, d.h. durch fachmännischen Schnitt formen und auslichten. Aber Vorsicht, dass Sie bei Frühlings- und Sommerblühern nicht versehentlich die bereits angesetzten Blütenknospen wegschneiden. Je früher geschnitten wird, desto kräftiger treibt die Pflanze durch. Bei spätem Schnitt kann das Wachstum des Busches in diesem Jahr kümmerlich sein.

Wenn Sie z.B. im vergangenen Jahr mit der Forsythienblüte nicht zufrieden waren, sollten Sie jetzt alle Forsythienzweige entfernen, die älter als drei Jahre sind und weit auf den Boden hinunterhängen. Die abgeschnittenen Zweige blühen in der Vase schnell auf und bringen Ihnen den ersten zarten Hauch von Frühling ins Zimmer.

An alten Apfel- oder Birnbäumen sollten Sie einen Verjüngungsschnitt vornehmen. Für junge Äpfel, Birnen und Zwetschen ist ein Erziehungsschnitt günstig. Dabei wird die Krone geformt, wichtige Triebe werden zu Leitästen bestimmt, Konkurrenztriebe entfernt. Nachwachsende Zweige zieht man in Form.

Nach fünf bis sechs Jahren muss die Krone durch Erhaltungsschnitte wieder korrigiert werden. So entstehen gesunde Bäume, die reiche Ernten bringen. Kirschen schneidet man erst im März, die empfindlichen Aprikosen und Pfirsiche kurz vor dem Aufbrechen der Knospen.

Kletterpflanzen, wie den stark wuchernden Schlingknöterich können Sie an frostfreien Tagen ebenfalls auslichten und zurückschneiden. Wenn er ausgekahlt ist, kürzt man den Knöterich bis auf 50 cm über dem Boden.

Bei allen größeren Schnittvorhaben ist viel Fachkenntnis und gutes Werkzeug erforderlich. Denken Sie bitte auch daran, dass größere Sägewunden sofort mit Spezial- Wundverschlussmitteln behandelt werden müssen.

 

Privatgarten   Privatgarten   Privatgarten
         

Nachhaltig düngen
Nur eine hauchdünne Schicht auf der Erdkugel ist fruchtbarer Boden. Ihn sollten wir kennen und bewahren. In der Natur müssen die Gewächse mit den Nährstoffen auskommen, die sie an ihrem Standort vorfinden. Im Garten wollen wir unsere Pflanzen optimal fördern. Immer wenn wir etwa durch die Ernte, den Rasenschnitt, das Laub Sammeln organisches Material dem Garten entnehmen, fallen Nährstoffe weg.

Sie müssen durch organische oder mineralische Düngemittel wieder zugeführt werden. Dabei wird Stickstoff für das Wachstum der Pflanzen, Phosphor für die Blüten- und Fruchtentwicklung benötigt. Kalium steuert den Wasserhaushalt der Gewächse, bewirkt bessere Widerstandskraft und Winterhärte.

Die ständige Erneuerung der Nährstoffe sollte gezielt durch überwiegend organische Düngung, Kräftigung der Pflanzen vor allem im Wurzelbereich und Aktivierung der Bodenlebewesen erreicht werden. Die Lebewesen in der Erde verwandeln langsam aber stetig organische Substanzen in Humus, den die Pflanzen aufnehmen können. Kompost, Mist und Hornspäne sind die wichtigsten organischen Dünger. Bei schnellem Bedarf oder akutem Nährstoffmangel wird mineralischer Dünger eingesetzt.
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Im Januar können Sie jüngere Rasenflächen auf nährstoffarmen, sandigen Böden 1 cm hoch mit gesiebter Komposterde überstreuen. Wo der Boden kalkarm ist, Thomasmehl oder Hüttenkalk beimischen (100g pro qm). Bis zum Frühjahr bleibt der Rasen so liegen und wird dann durchgeharkt.

 

Privatgarten   Privatgarten   Privatgarten
         

Damit der Winter keine Schäden im Garten anrichtet

Im Januar beschäftigt den Gärtner vorwiegend das Wetter. Ist es zu warm, könnten die Pflanzen zu früh austreiben und späterer Frost die frischen Triebe dahinraffen. Ist es zu trocken oder zu nass, entwickeln sich viele Gewächse, vor allem die neu gepflanzten nicht richtig. Fällt zu viel Schnee, brechen viele Bäume und Büsche unter der Last zusammen. Der Gärtner ist daher damit beschäftigt, an eisigen Frosttagen Pflanzen noch mit zusätzlichem Frostschutz zu umhüllen, sie bei schneefreiem Wetter und starker Wintersonne mit Laub und Reisig zu bedecken und sie ansonsten in Ruhe zu lassen.

Tritt wie so oft im Januar größere Kälte auf, können wir nur noch kontrollieren, ob alles im Garten in Ordnung ist. Wenn es schneit, finden die Pflanzen unter dem weißen Mantel idealen Winterschutz, aber nur solange der Schnee locker und luftdurchlässig bleibt. Verharscht der Schnee oder wird zusammengepresst, gelangt der wichtige Sauerstoff nicht mehr zu den Gewächsen. Es sollten deshalb bei Schnee alle Pflegetätigkeiten ruhen, Wiese und Beete so wenig wie möglich betreten werden.

Unangenehm wird' s, wenn nachts starker Frost war und am Tag eine kräftige Wintersonne scheint. Dann sind immergrüne Laub- und Nadelgehölze, Rosen, Bambus, Hortensien, Buchsbaum und Kamelien sehr gefährdet. Wenn auch noch der sogenannte 'Kahlfrost' - d. h. große Kälte ohne schützende Schneeschicht - auftritt, dann hilft nur eins: die schon zuvor mit Winterschutz versehenen Pflanzen müssen noch zusätzlich mit Fichten-, Kiefernzweigen, Jute oder Frostschutzmatten umkleidet werden.

Steingärten und Trockenmauern werden bei schneefreiem Wetter und starker Sonne mit Reisig abgedeckt, um ein zu frühes Erwachen der Pflanzen zu verhindern. Auch empfindliche Stauden, alle Neupflanzungen, die Wurzelbereiche vieler Obstbäume und Beerensträucher brauchen bei großen Temperaturschwankungen über den normalen Schutz aus Laub und Reisig eine weitere Reisigschicht. Folie ist hier zum Abdecken nicht geeignet, weil die Luft darunter bei Sonne stark erwärmt wird und sich beim Abkühlen Schwitzwasser bildet. Selbst den Komposthaufen sollte man bei strengem Frost mit Strohmatten und Laub abdecken, damit der Verrottungsprozess nicht ganz zum Erliegen kommt.

Junge Büsche und Bäume, im Herbst gepflanzte Heiden und Stauden werden oft durch den Frost aus dem Boden herausgedrückt. Sie müssen so schnell wie möglich zurückgesetzt und gut geschützt werden. Vergessen Sie nicht an frostfreien Tagen während der Mittagszeit mit lauwarmem Wasser zu gießen. Ist die schlimmste Kälte überstanden, wird der zusätzliche Schutz wieder entfernt, sollte aber griffbereit möglichst in der Nähe der Pflanzen bleiben.

 

Privatgarten   Privatgarten   Privatgarten
         

Schädlingebekämpfung drinnen und draußen

Wichtig ist jetzt die Bekämpfung der Sitkaläuse in Nadelgehölzen mit Parafinöl oder einem Kontaktgift. Die sehr wirksamen Spritzungen sind nur im Januar, wenn keine Insekten fliegen, erlaubt. Die Sitkaläuse und auch die Blattläuse hausen nun in allen Entwicklungsstufen auf ihren Winterwirten. Durch höhere Kältegrade werden sie zwar reduziert, aber nicht ausgerottet.

Unter der lockeren, brüchigen Borke alter Baumstämme überwintern viele Schädlinge, z.B. Spinnmilben oder Apfelbaumgespinstmotten. Kratzen und bürsten Sie die abgestorbenen Rindenteile ab.

Die grünen und blühenden Gäste drinnen auf der Fensterbank brauchen liebevolle Pflege und Schutz gegen die zahlreichen Schädlinge, die sich nun einstellen. Finden Sie die Weiße Fliege, hilft Einsprühen mit Blattglanzspray oder das Setzen von Gelbtafeln und Stickern. Mit einer Spiritus-Seifenlösung (1 Essl. Schmierseife oder Spülmittel, 1 Essl. Brennspiritus in 1 l warmes Wasser) lösen Sie bei mehrfachem Einpinseln die lästigen Schildläuse von den Zierpflanzen. Auch etliche Kräftigungsmittel, etwa Kieselsäure haltiger Zinnkrauttee für schwächliche, Eisenpräparate für bleichsüchtige Gewächse bringen die Pflanzen gut über den Winter.

Gartentipps © Azana Verlag, Yves Kessler Vegetationstechnik Garten- & Landschaftsbau GmbH