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Nessler, Viktor Ernst 1841-1899

Nessler, Viktor Ernst 1841-1899

Nessler, Viktor Ernst 1841-1899

Victor Ernst Nessler (* 28. 01. 1841 in Baldenheim (Deutschland) -1890 in Straßburg).
Nessler war der Sohn des Pastors Carl Ferdinand Nessler und dessen Ehefrau Wilhelmine Nessler geborenen Kampmann. Er studierte auf Wunsch seines Vaters evangelische Theologie an der Universität Straßburg. Bereits während dieses Studiums nahm er bei Th. Stern Privatstunden im Komponieren. Mit dessen Hilfe und Unterstützung konnte Nessler gegen Ende seines Studiums erfolgreich debütieren (Kirchenmusik).
Als 1864 seine Oper Fleurette eine sehr erfolgreiche Premiere erreichte, gab Nessler sein Studium auf und ging noch im selben Jahr nach Leipzig und wurde dort Schüler von Moritz Hauptmann. 1868 konnte er mit großem Erfolg seine romantische Zauberoper Dornröschens Brautfahrt vorstellen. 1870 wurde Nessler als Chordirigent an das Leipziger Stadttheater verpflichtet und 1878 übernahm er die Aufgaben eines Kapellmeisters am Carola-Theater (Leipzig).
Ebenfalls erfolgreich wurde am 19. März 1879 in Leipzig Nesslers Der Rattenfänger von Hameln aufgeführt. Nach weiteren Erfolgen erlebte Nessler am 4. Mai 1884 mit seiner Oper Der Trompeter von Säckingen einen sensationellen Erfolg, der ihn quasi über Nacht im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt machte.
Nach 1888 verließ Nessler Leipzig und kehrte ins Elsass zurück. Er ließ sich in Straßburg nieder, wo er bald nach seinem 49. Geburtstag am 28. Mai 1890 starb. Dort fand er auch seine letzte Ruhestätte.

Edward H. Tarr betreute viele Jahre die Instrumenten-Slg im Trompeterschloss in Bad Säckingen, nahe der Schweizer Grenze, die sicher einen Besuch wert ist.
Das Gedicht «Der Trompeter von Säckingen» von Joseph Victor von Scheffel und verschiedene musikalische Bearbeitungen seiner Textvorlage machten das kleine Städtchen am Rhein bekannt, und das Trompeterschloss ist heute dessen touristische Hauptattraktion. Nesslers Oper wurde 1884 in Leipzig uraufgeführt und enthält einige Trompetensoli. Diese sind zu einer Suite für Solo Trompete mit beigelegtem Klavier zusammengefasst, und auch das berühmte «Behüt dich Gott! Es wär’ zu schön gewesen », erscheint als dritter Satz. Interessantes Detail zur Herausgabe: Tarr hat sowohl die Erstausgabe der OrchesterPart als auch eine handgeschriebene Solostimme Eduard Seiferts, Trompeter an der  Dresdner Oper zwischen 1897 und 1918, als historische Quellen benutzt.
(Willi Röthenmund in SMZ, 12/2000, S. 30)


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